Sonntag, 18. November 2012

Mein Projekt


Ich bin nun schon 3 einhalb Monate in Indien und es fühlt sich echt nicht danach an!
Kann mich noch genau an den Flug und die Orientierungswoche erinnern, als wir alle noch nervös waren und nun habe ich schon ¼ hinter mir. 5 Staaten habe ich schon besucht und das ist nicht alles.

Ich unterrichte ja überwiegend, die Zeit die ich hier bin. Meine Schule ist richtig süß mit 7 Klassen, 6 Lehrern und einer Sekretärin, die auch manchmal unterrichtet. Anfangs dachte ich nur eine Lehrerin könnte Englisch, aber langsam stellt sich heraus, dass  sie es alle können und einfach nur nicht oft reden bzw. es meiden. Ich lerne Kannada, die Sprache der meisten Bewohner Karnatakas, aaaaaber mein Kannada-Vokabular reicht einfach nicht für Konversationen. Lustig ist es, wenn die etwas ältere Dame, die uns in ihrer Sprache unterrichtet, einen Redefluss bekommt und auf mich einbrabbelt, obwohl ich nichts verstehe. Meine Antworten sind dann immer ein Ohh,Ahh,Hmm,aha,oi oder alle anderen Laute, die auch Inder während eines Gespräches verwenden. Eins weiß ich, sie ist überzeugt,dass ich es verstehe!

Ja die Sprachbarrieren stellen ein großes Kommunikationsproblem dar. Zwar kein rießiges, aber mich belastet es hier hauptsächlich. Teilweise ist es zum verzweifeln, wenn sie dich nicht verstehen, nur weil du anstatt „Brahmavara“ „ Brahmavar“ sagst( in westlichem Englisch) und somit leider deinen Bus nach Hause verpasst. Generell denke ich, dass meine Aussprache sich auch immer mehr anpasst und ich beinahe selbst, wie ein Inder rede. In meinem Projekt ist es auch eher kompliziert als einfach. Leider habe ich manchmal das Gefühl nicht willkommen zu sein oder nicht benötigt zu werden, weil ich anders unterrichte oder einen unmotivierten Eindruck mache. Letztendlich unterrichte ich aber überdurchschnittlich viel – verglichen mit anderen Volunteers in Indien und ich mache es ja auch für die Kinder und nicht für die Lehrer oder sonst jemanden. Es vermittelt nur leider auch den falschen Eindruck, da ich seit 3 Monten das Abc mit den 2. Klässlern mache – dazu muss ich sagen, dass das Alphabet auch sitzen soll, bevor ich ne Stufe weiter steige. Den Kindern macht  es auch immernoch Spaß und sie freuen sich jedes mal, wenn ich sie in meine kleinen Lerngruppen hole, weil sie genau wissen, dass wir basteln, malen oder quiz machen. Meiner Meinung nach ist spielerisches Beibringen in der Hinsicht das Beste, weil sie Englisch ja wirklich noch garnicht können.

Ich bemerke, dass die Kinder alle 2 Monate einen Gesangswettbewerb machen und habe überlegt mal den Spieß umzudrehen, dass sie jetzt auch mal ein Englisches Lied lernen sollen… Also ich denke darüber nach ein Projekt aufzustellen und mit verschiedenen Gruppen Lieder einzustudieren, damit sie sich an einem schönen Mittag alle gegenseitig zeigen können, was sie auch auf Englisch singen können. Nehme sehr gerne Lied Vorschläge an !

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