Ich bin nun schon 3 einhalb Monate in Indien und es fühlt
sich echt nicht danach an!
Kann mich noch genau an den Flug und die
Orientierungswoche erinnern, als wir alle noch nervös waren und nun habe ich
schon ¼ hinter mir. 5 Staaten habe ich schon besucht und das ist nicht alles.
Ich unterrichte ja überwiegend, die Zeit die ich hier bin.
Meine Schule ist richtig süß mit 7 Klassen, 6 Lehrern und einer Sekretärin, die
auch manchmal unterrichtet. Anfangs dachte ich nur eine Lehrerin könnte
Englisch, aber langsam stellt sich heraus, dass
sie es alle können und einfach nur nicht oft reden bzw. es meiden. Ich
lerne Kannada, die Sprache der meisten Bewohner Karnatakas, aaaaaber mein
Kannada-Vokabular reicht einfach nicht für Konversationen. Lustig ist es, wenn
die etwas ältere Dame, die uns in ihrer Sprache unterrichtet, einen Redefluss
bekommt und auf mich einbrabbelt, obwohl ich nichts verstehe. Meine Antworten
sind dann immer ein Ohh,Ahh,Hmm,aha,oi oder alle anderen Laute, die auch Inder
während eines Gespräches verwenden. Eins weiß ich, sie ist überzeugt,dass ich
es verstehe!
Ja die Sprachbarrieren stellen ein großes
Kommunikationsproblem dar. Zwar kein rießiges, aber mich belastet es hier
hauptsächlich. Teilweise ist es zum verzweifeln, wenn sie dich nicht verstehen,
nur weil du anstatt „Brahmavara“ „ Brahmavar“ sagst( in westlichem Englisch)
und somit leider deinen Bus nach Hause verpasst. Generell denke ich, dass meine
Aussprache sich auch immer mehr anpasst und ich beinahe selbst, wie ein Inder
rede. In meinem Projekt ist es auch eher kompliziert als einfach. Leider
habe ich manchmal das Gefühl nicht willkommen zu sein oder nicht benötigt zu
werden, weil ich anders unterrichte oder einen unmotivierten Eindruck mache.
Letztendlich unterrichte ich aber überdurchschnittlich viel – verglichen mit
anderen Volunteers in Indien und ich mache es ja auch für die Kinder und nicht
für die Lehrer oder sonst jemanden. Es vermittelt nur leider auch den falschen
Eindruck, da ich seit 3 Monten das Abc mit den 2. Klässlern mache – dazu muss
ich sagen, dass das Alphabet auch sitzen soll, bevor ich ne Stufe weiter
steige. Den Kindern macht es auch
immernoch Spaß und sie freuen sich jedes mal, wenn ich sie in meine kleinen Lerngruppen hole, weil sie genau wissen, dass wir basteln, malen oder quiz
machen. Meiner Meinung nach ist spielerisches Beibringen in der Hinsicht das
Beste, weil sie Englisch ja wirklich noch garnicht können.
Ich bemerke, dass die Kinder alle 2 Monate einen
Gesangswettbewerb machen und habe überlegt mal den Spieß umzudrehen, dass sie
jetzt auch mal ein Englisches Lied lernen sollen… Also ich denke darüber nach
ein Projekt aufzustellen und mit verschiedenen Gruppen Lieder einzustudieren,
damit sie sich an einem schönen Mittag alle gegenseitig zeigen können, was sie
auch auf Englisch singen können. Nehme sehr gerne Lied Vorschläge an !
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